Velojet spielte am 4.6. als Vorband für Kettcar im Grazer Orpheum. Hier das Interview, dass wir kurz vor ihrem Auftritt mit Rene Mühlberger dem Sänger der Band aufzeichnen konnten

Wir sitzen hier mit Rene von Velojet. Ihr seid mit den Killers aufgetreten, wart am Seewiesenfest. Wie gehts so?
Rene:
Uns gehts natürlich sehr gut im Moment. Wir spielen jetzt endlich eine Menge Konzerte und das freut uns natürlich sehr, weil das in Österreich ja nicht das einfachste ist eine Tour zusammen zu stellen. Und wir sind jetzt 13, 14 Konzerte lang unterwegs in dem Monat, das is natürlich super.
Gibt's schon Groupies?
Rene:
(lacht) Ja schwer zum sagen, also es gibt immer wieder Mädels die fragen - lang fragen, aber wir haben bis jetzt noch nix unternommen
Also keine Chance für irgendwelche Mädels da draußen?
Rene:
Naja vielleicht doch, aber wir sind erst beim dritten Konzert jetzt, von den 13, und deswegen haltet man sich noch zurück am Anfang!
Wie ist es eigentlich zu Velojet gekommen? Du warst ja früher bei Litterbox.
Rene:
Ich war kein Gründungsmitglied bei Litterbox, sondern hab nur letztes Jahr auf der Tournee mitgespielt. Velojet ist ein halbes jahr vor Litterbox entstanden. Ich hab einige Nummern während meinem Zivildient geschrieben und hab halt gewusst, dass ich eine Band zusammen stellen will, weil Singer/Songwriter is net so meins eigentlich. Und die hat sich dann innerhalb einer Woche zusammen gefunden. Die Keyboarderin (Irene/Anm.) ist eine langjährige Freundin von mir und die anderen zwei haben wir quasi über Freunde empfohlen kriegt.
Und dann über Nacht zum Songs schreiben angefangen?
Rene:
Das mit dem Songwriting mach ich eigentlich schon sehr lang, seit ich 13 bin also um die 10 Jahre schon. Wobei die ersten Songs noch nicht so autrittswürdig waren aber mittlerweile passt das ganz gut.
Das heißt die Songs vom neuen Album sind vorher schon enstanden, oder alle nachher oder teils/teils?
Rene:
Ich hab die Band gegründet weil ich genug Songs gehabt hätte, aber es sind von den ursprünglichen Songs die ich allein entworfen hab, net so viel übergeblieben. Also die 10 Tracks die auf dem Album sind, die hab zwar ich geschrieben, aber schon während der Bandzeit und wir haben sehr stark ausgewählt was wir auf die Platte nehmen, was wir live spielen und wir haben auch sehr viel bandintern herumanrangiert und Keyboard Linien entworfen.
Du hats ja auch für "Good to know" die Bläser Akkorde zusammengetüftelt.
Rene:
Genau, das ist eigentlich beim Songwriting selbst entstanden, dass ich mir gedacht hab: "Aha und da jetzt Bläser". Die Melodie ist mir gleich eingefallen und Gott sei Dank hamma das im Studio dann auch gleich geaschafft, dass wir Bläser engagierten.
Da hat dann dein Vater ja mitgeholfen.
Rene:
Genau, in dem Fall war da dann mein Vater an der Trompete und ein Freund am Saxophon.
Haben diese Menschen denn irgendeinen Einfluss auf eure Musik? Dein Vater war ja selbst Jazz Musiker.
Rene:
Jazz Musiker nicht wirklich, aber er hat sehr viel Jazz gehorcht, Funk und auch 60er Jahre Pop. Beatles, Led Zepplin, haben wir alles daheim gehabt auf Platte. Und das hab ich halt in meiener frühen Jugend auch gehorcht.
(Michi, der Schlagzeuger kommt kurz dazu und verschwindet aber sofort wieder zum Essen)
Rene:
Also das is unser Schlagzeiger, der Michi.
Michi: Hallo, ich wollt eigentlich grad was essen, tschuldigung.(lacht)
Rene:
Star Allüren, OK. (lacht)
Gibts denn irgendwelche Vorbiler von Velojet? Dass du sagst, da will ich einmal hinkommen, oder soll das ganz dein eigenes Ding werden, ohne von irgendwo etwas abzuschauen?
Rene:
Ich hab ja schon eine Band gehabt vor Velojet, das war Popserver und da haben wir auch schon viel in Wien gespielt und waren Support von größeren Bands und da wars schon so, dass ich immer frische Künstler gehorcht hab und mich an denen orientiert hab. Aber bei Velojet wollt ichs eigentlich ein bisschen vermeiden und ich bin während meinem Zivildienst auch nicht wirklich dazugekommen, dass ich auf dem aktuellen Stand bleib, was international passiert. Ich hab eigentlich ganz im Gegenteil mir vorgenommen, keine neuen CD's zu kaufen, hab das auch eineinhalb Jahre durchgezogen damit ich wirklich weiß was aus mir kommt.
"Your side" war die erste Single, weitergehen wirds laut Plattenfirma mit "Yesterday"
Rene:
Ahm, wir haben uns noch nicht entschieden, aber ich glaub eher die zweite Single wird "Something to believe in".
Ich hab ein paar Fotos gesehen. Wie wars denn beim Videodreh zu "Your side"?
Rene:
Der Videodreh war sehr lustig, weil wir haben das eigentlich eher als Projekt gestartet, weil keiner von uns ein professioneller Regisseur ist und der Lelo (Mitbesitzer von Wohnzimmer Records/Anm.), der die Idee gehabt hat und das Video dann auch umgesetzt hat, kommt ja auch eher vom Musikalischen Background, deshalb war das ein sehr ambitioniertes Projekt und wir haben beim schneiden, dann am Anfang gedacht es wird doch nix. Wir habens dann aber mit einem neuartigen Programm doch noch hingekriegt. Also der Dreh an sich war wirklich lustig!
Und wie ist das Gefühl wenn man sein eigenes Video sagen wir mal auf GoTV sieht?
Rene:
Is natürlich schon lustig, wenns dann dort durch den Fernseher flimmert, aber es is halt doch so, dass man sich immer denkt:" Oh Gott, wie schau i aus?" Das ist das einzige was man vielleicht dran kritisieren kann, aber man freut sich natürlich.
Komen wir zur letzten Frage. Wie schauts in der Zukunft aus. Gibts schon Pläne für nach der Tour?
Rene:
Es ist ja jetzt quasi die erste Tour und wir sind für Herbst schon wieder groß am Konzerte checken. Außerdem hamma in Deutschland eine Booking Argentur, die das machen will und da werden auch 10 Konzerte gemacht werden. Also wir werden einfach ausprobieren was in Österreich geht und in Deutschland vielleicht. Aber wir haben noch nicht wirklich viel Zeit gehabt, dass wir groß ausholen und überlegen wies jetzt weitergeht. Die Platte ist ja ganz frisch gepresst und so lange gibts uns ja noch net.
Und Festivalmäßig?
Rene:
Für dieses jahr wars zu früh, da hätt ma schon im Jänner Konzerte ausmachen müssen, und das ist sich net ausgegangen, weil die Platte noch net fertig war und unser Demo war eher net so gut aufgenommen. da haben wir uns gedacht, wir machen das erst nächstes Jahr.
Also gibts Chancen, dass man euch nächstes jahr in Wiesen sieht?
Rene:
Ich hoff einmal.
Was wär denn so ein Festival auf dem ihr gerne spielen würdet?
Rene:
Tja, nein sagen würd ich zu keinem (lacht). Das Aerodrome gfallt mir nicht so gut, weil da sind wirklich sehr viele Leute und die Bands sind halt auch eher härter. Ich mag eher die kleinen Festivals, also Wiesen ist halt großartig von der Athmosphäre her und Frequency - jo spieln würd ich dort schon (lacht).
Wunderbar, dann bedanken wir uns sehr für das Interview und wünschen euch viel Spaß beim Auftritt jetzt gleich!

Interview von Michael Kollar & Stefan Verhovsek

Das Interview im O-Ton gibts am Samstag dem 11.6.2005 in unserer Sendung "To be confirmed" auf Radio Helsinki 92,6 um 17:00 zu hören!