Am 28.Jänner spielten Bauchklang ihren Gig im Rahmen der Many People Tour im Grazer Orpheum. Wir bekamen vor dem Auftritt die Möglichkeit ein Interview mit Andi und Alex zu führen.
Mit zugegeben viel zu großer Verspätung hier nun eine Abschrift des Abends!
To Be Confirmed:
Wir sitzen hier mit Alex und Andi von Bauchklang vor eurem Konzert im Orpheum. Euer neues Album "Many People" ist heraußen und hat voll eingeschlagen im November.
Andi:
Wir haben gewusst, dass beim 2. Album die Kriterien ein bisschen strenger angesetzt sind. Beim 2. ist einfach immer so dasst ein bisschen härter kritisiert wirst aber für uns wars eine gute Entwicklung. Eigentlich Okay.
To Be Confirmed:
Wie lang hat die Vorbereitung ungefähr gedauert bis das Album fertig war?
Alex: Wir haben eine Vorproduktionszeit gehabt von 1 Jahr circa, ein bisserl mehr vielleicht sogar. Und dannach hamma gsagt jetzt mach mas fertig und haben dann in 3-4 Tagen gscheit hineingearbeitet.
Andi: Davor waren wir halt am Ideen sammeln, jeder für sich und haben das dann zusammengetragen. In unseren Proberaum haben wir dann auch noch ein Studio reingebaut, damit wir eigentlich immer aufnehmen können.
To Be Confirmed:
Ihr wart nach Jamzero ja relativ lang auf Tour. Sind da schon irgendwelche Texte entstanden oder ist das für euch ein eigener Prozess?
Alex: Das Programm verändert sich ja immer im Laufe von Viertel Jahren. Da kommt dann immer wieder was dazu was auf Grund einer Session entstanden ist.
Also ein paar Grundideen sind da schon in den Jahren davor entstanden.
Aber der Fokus war natürlich schon auf live spielen und das ist natürlich Energie raubend wenn man bis zu 70, 80 Gigs im Jahr spielt und das über 2 Jahre.
Andi: Es wird aber beim nächsten Album nicht mehr so lang dauern, da wir diesmal schon eine kleine Pause auch drinnen gehabt haben wo wir uns umstrukturiert haben.
Irgendwie mentale Ferien. Das war schon alles relativ anstrengend. Der ganze Rummel, der Anspruch der von außen spürbar war, wie wirds weitergehen und so weiter.
Es waren verschiedene Wege offen. Wir haben es jetzt so gemacht, das nächste Mal wirds wieder anders ausschauen.
Wir bewegen uns halt weiter, ziehen halt unsere Konsequenzen daraus und versuchen uns zu verbessern.
To Be Confirmed:
Plant ihr jetzt schon voraus für nächste Alben?
Andi: Ja (lacht). Ich hab immer gesagt "Nächstes Jahr kommt das neue Album",
dann hab ichs wieder gesagt und deswegen bin ich jetzt schon vorsichtiger mit solchen Sachen.
Aber für uns wärs schon ein Traum relativ bald wieder was nachzuschießen.
Alex: Sprich nach dem Sommer uns zu besinnen, in uns zu gehen und wieder neue Steps zu machen. Bis dorthin wird relativ viel gespielt werden.
Andi: Und Live - Live Aufnahmen sind im Moment sowieso für uns sehr wichtig. Dass wir jedes Konzert mitschneiden.
To Be Confirmed:
Das ist ja auch das was euch in Österreich so richtig bekannt gemacht hat. Die Live Auftritte.
Andi: So ist es. Da ist der Energie Schwerpunkt. Eh logisch. Wir haben früher schon auch Konzerte mitgeschnitten mit Mini Disc, für uns,
aber das war dann doch net so brauchbar. Jetzt schndeiden wir die meisten Konzerte 8-Spur mit.
Das heißt wir können im Nachhinein dann noch die Verhältnisse unserer Stimmen verändern. Und du hast aber trotzdem die
Live Energie gebannt.Das ist sicher ein Punkt den wir weiter forcieren wollen.
To Be Confirmed:
Eine Live DVD?
Andi: DVD wäre das Optimum. Das wär für uns das Non plus Ultra.
To Be Confirmed:
Wie ist das eigentlich. Spielt ihr selber Instrumente und werden die Songs dann am Anfang auch mit Instrumenten eingepropt,
oder geht das nur über Beabboxen?
Also kommt das vor, dass ihr euch mit der Gitarre hinsetzt und versucht ein Thema zu erarbeiten und das dann in eure Stimmen einzubauen?
Alex: Also das Problem das wir in der Band haben ist, dass kein wirklicher Harminie Instrumentalist dabei ist.
Also außer dem Philipp eigentlich, wobei wir jetzt schon Möglichkeiten haben mit dem Midi Keyboard zu arbeiten und damit einfach einmal einige Sounds,
Basslinien oder so einspielen. Aber generell sind wir schon immer vom Grundsignal der Stimme ausgegangen bei den Sessions.
Und wenn wir dann irgendwie angestanden sind haben wir schon das Midi Keyboard eingesetzt und haben halt probiert welche Bassläufe könnt ma da machen.
Also das ist schon ein Teil der Produktion gewesen. Zwar net massiv aber doch.
Andi: Natürlich stößt man immer wieder auf Grenzen wo du dir denkst "Ahh jetzt machst schon wieder das Selbe".
Ich glaub dass wir in Zukunft verstärkt Instrumente, vor allem zur Ideenfindung einsetzen werden.
To Be Confirmed:
Unser Schwerpunkt liegt ja beim Thema Festivals. Obligatorische Frage: Gibts irgendein Lieblingsfestival auf dem man immer gerne wieder spielt?
Alex: Das Jazzfestival in Montreal, da haben wir 2002 gespielt. Das hat glaub ich 25 Bühnen gehabt oder so und wir hatten da das Glück,
dass wir auf der größeren Bühne spielen haben dürfen. Also vor ca. 7000 oder 10.000 Leut. Das war schon super, weil wir sind da als No Names hingekommen
und die Leute waren sehr offen.
To Be Confirmed:
Beim Eurosonic vor 2 Wochen wart ihr ja auch auf der großen Bühne um 23.00 dran.
Alex: Das war in einem relativ großen Club.
Andi: Es ist halt immer so, dass wenn du wo hinkommst wo dich keiner kennt. Das is schon immer wieder eine Herausforderung die Leute zu überraschen.
Weil meistens habens so etwas noch nie gehört. Da haben wir schon einen fetten Bonus, weil jeder gleich einmal schaut - was passiert da?
Das Eurosonic war da schon super, einfach ein Zusammenkommen von verschiedensten Bands, Bookern und Veranstaltern. Das ist schon wichtig für uns.
Wir haben daraufhin auch einige Festivals in Deutschland gekriegt.
Alex: Das Summerslam zum Beispiel. Oder das Sonne Mond und Sterne.
Andi: Und die Festivals in der Schweiz hab ich jetzt auch noch speziell in Erinnerung. St. Gallen, Gurtenfestival, die sind halt von der Ganzen Aufmachung,
vom Stil, von der Qualität einfach nicht vergleichbar mit österreichischen Festivals.
Die Line Ups der österreichischen Festivals waren einfach so, dasst die Plakate runternehmen hast können, kopieren und beim nächsten wieder aufhängen.
Da geht mir schon ein bisschen der Einfallsreichtum, die Risikobereitschaft der Veranstalter ab, einfach unbekannte Sachen zu buchen.
Irgendwelche Sachen von anderen Kontinenten. Da sind die Franzosen wie die Schweizer schon so gut drauf, dass sie ein bisschen mehr riskieren und gut durchmischen.
Und auch dem Zuschauer etwas bieten. Die Leute sollten kommen und sagen "Das kenn ich net, aber das wird sicher etwas Gutes sein".
Wiesen zum Beispiel war für uns immer super zu spielen.
To Be Confirmed:
Da ist ja letztes Jahr das Urban Art Forms entstanden, dass so ein bisschen in diese Richtung abzieht.
Andi: Jetzt ists halt Zeit sich schon ein bisschen etwas einfallen zu lassen. Jetzt sind sie eh lang genug auf der selben Linie gefahren.
Die Durchmischung der Stile war schon grenzenlos - einfallslos, wodurch der Namen oder das Etikette der einzelnen Festivals schon nicht mehr gepasst hat.
Am Jazzfestival waren nur mehr Elekronik Acts, die nichts mehr mit Jazz zu tun gehabt haben, auf den Raggae Festivals waren Bands die eigentlich auch am
Groove Quake hätten spielen können.
Es war einfach für mich zumindest zu durchmischt. Auch vielleicht eine Spur zu FM4 dominiert von der Richtung. So gut das ist kann man nicht alle Festivals
so programmieren, dass immer wieder die selben Placebo und und und spielen. Es gibt echt viel mehr Musik als man glaubt.
Und das Publikum in Österreich ist auch sicher offener als manche Veranstalter glauben. Die Leute müssen sich mehr besinnen was sie dem Besucher bieten wollen.
To Be Confirmed:
Was macht eigentlich den Unterschied für eine Band aus, zwischen einem Club Auftritt wie heute im Orpheum und einem Festival?
Alex: Ein Unterschied ist natürlich, dass du auf einem Festival relativ wenig Zeit hast dich auf der Bühne vorzubereiten. Das heißt ein gewisser
Sprung ins kalte Wasser ist immer dabei, der aber auch positiv sein kann.
Andi: Meistens sinds da nur Line Checks. Kurz davor. Das ist für uns dann schon ganz schön schwierig weil wir einfach einen ausgedehnten Sound Check
brauchen. Da brauchst einfach Zeit bis die Verhältnisse stimmen.
Alex: Aber so eine gesunde Mischung zwischen Festival und Club Gigs ist eigentlch das Angenehmste. Es sollt ja auch nicht zu einseitig für uns sein,
weil die Nähe des Punblikums in einem Club, das sollt man nicht unterschätzen. Das setzt wieder eigene Energien frei.
To Be Confirmed:
Kommt das denn vor, dass euch dann Groupies Gewand vom Körper reißen?
Andi: (lacht) Na. Aber gestern in Wörgl hat sich eine den Slip ausgezogen und wollt ihn nach vor schießen hats aber nicht ganz geschafft. (lacht)
Aber es ist ziemlich zivilisiert. Weil wirs wahrscheinlich nicht so herausfordern, wir sind ja keine Rockstars. Wir sind sehr konzentriert für uns.
Alex: Und sehr respektvoll vor allem.
Andi: Zu den ersten Frauenreihen.
To Be Confirmed:
Noch einmal zurück zu den Wiesen Festivals. Ihr wart ja am offiziell letzten Groove Quake dabei. Von der Grundausrichtung war euch das ja ziemlich auf den
Leib geschneidert. Tut euch das dann leid, wenns solche Festivals nicht mehr gibt?
Andi:Ja sicher, vor allem das erste Groove Quake wo wir dabei waren mit den Stereo MC's, Mothers Finest und Willy deVille war schon optimal für uns.
Wir haben dann auch einmal am Sunsplash gespielt, da haben wir nicht so richtig reingepasst.
Wir haben halt den Vorteil, dass wir ein relativ breites Spektrum an Publikum haben, egal ob jetzt von der Drum and Bass Richtung oder etwas Groovigerem.
Deswegen haben wir glaub ich auch am Urban Art Forms Festival den Respekt bekommen von der Drum and Bass Gemeinde.
To Be Confirmed:
Und dazu habt ihr auch noch den Überraschungseffekt auf eurer Seite, für Leute die euch zum ersten Mal sehen, die sich dann wahrscheinlich schon einmal
fragen "Was ist denn das jetzt".
Andi: Man könnte unser Konzerpt wahrscheinlich mit einer normalen Band auch aufziehen. Aber es ist sicher unser Bonus wie wir das ganze machen.
Und wir crossen halt auch Stilrichtungstechnisch alles was uns Spaß macht.
Irgendwie wirkts vielleicht weniger aufgesetzt und funtkioniert vielleicht deswegen irrsinnig gut.
To Be Confirmed:
Wie lang braucht man denn eigentlich um Beatboxing zu lernen?
Alex: Da hat jeder für sich eigentlich hart gearbeitet. Der Karl macht das jetzt seit glaub ich 14 Jahren. Der hat sich halt einfach einmal
zuhause hingesetzt und zum Grooven angefangen. Bei mir ist es auch dadurch entstanden, dass wir halt irgendwie experimentiert haben und ich bin eigentlich dadurch zum beatboxing gekommen,
dass wir gesagt haben, wir brauchen einen Groove. Und da hab ich dann einfach angefangen. Und dadurch dass der Karl jetzt dabei ist und eher das Feinere
macht kann ich mich eher aufs Brachialere konzentrieren und bin jetzt gar nicht der Beatboxer der irgendwelche Skills macht, sondern einfach konstant bleibt.
To Be Confirmed:
Wie lang kann man denn da durchhalten?
Alex: Also in der Arena haben wir fast 2 Stunden gespielt, das ist dann schon eine Grenzerfahrung, also da war mir dann nachher kurz schlecht. (lacht) Mein Glück ist dann dass ich meistens in eine Art Trance Zustand komm und das dann irgendwie durchbrich, diesen Müdigkeitsbann.
Und nachher bin ich halt leicht hyperventilierend, keinen Sauerstoff im Hirn.
Aber die Übung erleichtert das natürlich auch und je öfter man hintereinander spielt, desto versierter ist man dann auch.
Andi: Ja mal schaun im Februar spielen wir ja relativ viel.
To Be Confirmed:
Das leitet uns perfekt zu letzten Frage: Was kann man disen Sommer von Bauchklang erwarten?
Andi: Für Sommer wissen wir noch nicht so viel. Frequency vielleicht, da sind wir noch im Verhandeln, Nuke vielleicht, da sind wir auch noch dabei.
Eines von beiden werden wir schon spielen. (Frequency/Anm. des Autors)
Dazu noch 8 Frankreich Gigs, 6 in Deutschland und 4 in der Schweiz. das Interesse ist international eigentlich nicht minder da.
Alex: Und ein bisschen in den Osten. Tschechien steht an. Sziget wissen wir auch noch nicht.
To Be Confirmed:
Kann man denn sagen, wo es die enthusiastischen Fans gibt?
Andi: Bei den Franzosen sind wir immer mit offenen Armen aufgenommen worden, sicher ein bisschen mehr als bei den Deutschen.
Dort merkt man schon: Die checken erst einmal ab und erst dann kommt die Emotion. Im Osten war bis jetzt auch weniger Emotion als wir geglaubt haben.
Und Österreich hat sowieso eine Ausnahmestellung.
To Be Confirmed:
Danke für das Interview!
Was dann folgte war die wohl unvergesslichste Station ID die jemals über den Äther gegangen ist. Leider war unser Mikro damals ein wenig überfordert wodurch die Qualität stark gelitten hat.
Aber wer sich dafür Interessiert kann sich die ID natürlich in der Radio Rubrik herunterladen!
Michi und Stefan für tbc.